Kleine Kinder ganz gro?
Erlebnisp�dagogik in der Brandschutzerziehung wird bei der Freiwilligen Feuerwehr Gronau gro? geschrieben. M�glich macht dies ein Brandschutzhaus, in dem Kinder das Verhalten im Brandfall realit�tsnah �ben können. In Folge 2 der �Best practice�- Reihe sprachen Martina Grochow und Ralf Tornau vom Fachausschuss Brandschutzerziehung und -aufkl?rung mit Brandschutzerzieher Martin Bültmann von der Feuerwehr in Gronau.
Kontinuit�t und Ideenreichtum
Brandschutzerziehung hat im Kern viele Konstanten. Im einzelnen Engagement vor Ort überzeugen jedoch oft die variablen Gr??en, um es einmal mit Begriffen aus der Mathematik zu definieren. Bei der Freiwilligen Feuerwehr Gronau ist Martin Bültmann mit seinem Team seit über 15 Jahren in der Brandschutzerziehung und -aufkl?rung t�tig und bringt mit seinem Brandschutzhaus und vielen weiteren Ideen immer wieder frischen Wind in diese Tätigkeit. Die kontinuierliche Arbeit f�hrt zu großer Akzeptanz bei den Kindergärten und Tageseinrichtungen.
Rollerverteilung gekl�rt
Martin Bültmann versteht sich als Multiplikator und Coach. Denn für ihn steht fest, dass nur durch ebenfalls engagierte Erzieherinnen und Erzieher das wichtige Thema der Brandschutzerziehung vermittelt werden kann: �Die Rollenverteilung ist klar. Bevor die Kinder zu uns kommen, wurde das Thema bereits eine Woche intensiv in den Kindergärten behandelt. Hierzu haben wir allen Kindergärten ein detailliertes Konzept zur Verfügung gestellt. So ist eine Nachhaltigkeit gewährleistet. Der Besuch bei der Feuerwehr stellt dann den Höhepunkt und Abschluss für die Kinder dar und ist gleichzeitig für mich und mein Team noch einmal eine gute Möglichkeit, den Wissensstand abzufragen�, erl�utert der 44-j�hrige Brandoberinspektor.
Kinder im Anmarsch
23 Kinder vom St. Josef Kindergarten in Gronau sind heute gekommen und werden von Martin Bültmann und seinen Mitarbeitern Udo Lienesch, Norbert Gerwens, Rebecca Ulbrich und Nils Stockhorst in Empfang genommen. Ausgestattet mit selbstgebastelten gelb leuchtenden Feuerwehrhelmen nehmen die kleinen �Fire-Fighter� zum Gruppenfoto auf dem bereit stehenden Tankl�schfahrzeug Aufstellung. Ein besonderer Service: Bereits eine halbe Stunde später steht das Foto im Internet und eine Urkunde mit genau diesem Bild wird am Ende des Besuchs neben Malb�chern und Fridlolin-Brenzlich Stundenpl�nen übergeben.
Eltern werden mit einbezogen
Aber nun geht es erst einmal in den Unterrichtsraum, wo Martin Bültmann kurzweilig und kompetent den Kenntnisstand der Kinder abfragt. Und dies nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern der Brandschutzerzieher begibt sich bewusst auch mal in die Rolle eines Erwachsenen, der Dinge falsch macht. So ger�t zum Beispiel ein Papierkorb in Brand, weil ein Streichholz nicht richtig entsorgt wurde, oder er vergisst in der Aufregung die richtige Nummer der Feuerwehr. Aber alle Fehler werden sofort von den Kleinen entdeckt und lautstark angemahnt. �Wir nutzen den Entdeckungsdrang der Kinder und lenken diesen in die richtigen Bahnen�, ist Bültmann überzeugt. �Denn der alte Spruch �Messer, Gabel, Schere, Licht � sind für kleine Kinder nicht� hilft absolut nicht weiter. Wo es nur Verbote gibt, wird heimlich gez�ndelt und das ist das letzte, was alle Beteiligten wollen�, so Bültmann. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Ausstattung der Wohnungen mit Rauchmeldern. Eine kleine Ausstellungswand zum Thema und das bewusste Zugehen auf die Eltern hat schon dafür gesorgt, dass einige Hundert H�user und Wohnungen mehr mit diesem Lebensretter ausgestattet sind.
Brandschutzerziehung mit Erlebnischarakter
Ein besonderer Höhepunkt an diesem Nachmittag ist das Training im Rauchhaus. Eingerichtet wie ein komplettes Kinderzimmer mit Bett, Schrank, Schreibtisch, aber auch Stofftieren und pers?nlichen Dingen ist das Rauchhaus ideal, um die Lebens- und Gedankenwelt der Kinder aufzugreifen. Sobald alle Kinder im Raum sind, dringt aus einem Nebenraum Disconebel in das Haus. Die Kinder erkennen, wie Rauch sich verhält und wie wichtig es ist, sich am Boden zu bewegen und schnell den Raum zu verlassen. W�hrend der Rauch noch nicht verflogen ist, wird über eine neben dem Brandhaus installierte Telefonanlage das Absetzen eines Notrufs ge�bt. Auch hier gibt es nichts zu kritisieren. Die Kinder verhalten sich vorbildlich und erfahren abschlie�end aufgeteilt in drei Gruppen noch eine Menge über die Fahrzeugtechnik und die eingesetzte Ausr�stung. Die Besichtigung ist so organisiert, dass auch bei zwei Einsätzen für den Rettungs- und Notarztwagen w�hrend der Schulung keine Komplikationen auftreten.
Begeisterung auf beiden Seiten
Helga Witte vom St. Josef Kindergarten aus Gronau ist begeistert vom Engagement der Feuerwehr Gronau: �Die Kinder finden das Thema toll und freuen sich, dass sie hier sein können�, erkl�rt die Erzieherin. Der Leiter der Feuerwehr Gronau, Bernd Schatz, sieht das Thema Brandschutzerziehung auch von einer ganz pragmatischen Seite: �Brandschutzerziehung ist nicht nur unsere Pflicht, sondern es ist eine gute Möglichkeit, Werbung für die Feuerwehr zu machen und den Nachwuchssorgen aktiv entgegen zu gehen. Wenn man sieht, mit welcher Freude die Kinder teilnehmen, so kann man sich durchaus vorstellen, dass das ein oder andere Kind den Weg in die Jugendfeuerwehr finden wird�, steht Schatz dem Engagement der Brandschutzerziehung sehr positiv gegenüber.
Martina Grochow (BE/BA-Koordinierungsstelle) und Ralf Tornau aus der Schadenverhütung der Westfälischen Provinzial unterhielten sich mit Brandoberinspektor Martin Bültmann von der Freiwilligen Feuerwehr Gronau.
Bei der Fahrzeugtechnik nahmen die Kinder die Ausr�stungsdetails genau unter die Lupe. Auf besonderes Interesse stie� die Ausr�stung eines Rettungswagens.
Der Klassiker in der Brandschutzerziehung: Das Absetzten eines Notrufes wird trainiert.
Der Entdeckungsdrang der Kinder wird in der Brandschutzerziehung in die richtigen Bahnen gelenkt.
Aufstellung zum Gruppenbild: Viele hundert Kinder werden jedes Jahr von Martin Bültmann und seinem Team geschult.
Die Kinder sind mit Freude �voll bei der Sache�.