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Brandschutzerziehung am Beispiel der Feuerwehr Bochum

Herzblut macht Projekte erfolgreich

Brandschutzerziehung am Beispiel der Feuerwehr Bochum

Der Fachausschuss Brandschutzerziehung und -aufkl?rung des Landesfeuerwehrverbandes NRW besch?ftigt sich seit vielen Jahren mit der Entwicklung von intelligenten Instrumenten und Medien. Insbesondere seit der Einrichtung der BE/BA-Koordinierungsstelle in Iserlohn ist die Kenntnis über gut umgesetzte BE/BA-Ma?nahmen vor Ort weiter gewachsen. So entstand die Idee, regelm??ig unter dem Motto "Best practice" erfolgreiche Konzepte vorzustellen.  Mit dieser Ausgabe beginnt eine neue Serie, die der Fachausschuss in loser Reihenfolge fortsetzen wird. Im Fokus der ersten Ausgabe stehen die BE/BA-Aktivit�ten der Feuerwehr Bochum. Martina Grochow von der Koordinierungsstelle und Ralf Tornau aus der Schadenverhütung der Westfälischen Provinzial sprachen mit Harald Keilmann von der Berufsfeuerwehr Bochum.






Gl�ckliches Bochum

Die Stadtv�ter von Bochum, einer Stadt mit 390.000 Einwohnern, können sich gl�cklich sch�tzen. Denn sie verfügen über eine Feuerwehr, die ihnen tatkr�ftig bei der Erf�llung des Paragraphen 8 des Feuerschutzhilfegesetzes zur Seite steht. Konkret bedeutet dies beispielsweise für den Kindergartenbereich: 234 Ma?nahmen mit 3520 Kindern allein im vergangen Jahr. "Damit sind wir sicher am Limit angelangt", erz�hlt Hauptbrandmeister Harald Keilmann, unter dessen �gide seit 1998 der Bereich der Brandschutzerziehung und -aufkl?rung aufgebaut wurde. Geschult wird in kindgerecht eingerichteten R�umen in den drei Bochumer Wachen. Mittlerweile verf�gt der engagierte Feuerwehrmann über 18 Mitarbeiter, die ihn zumindest zeitweise bei den BE/BA-Ma?nahmen unterstützen und alle sind mit so viel Spaß und Herzblut bei der Sache, wie ihr Chef.








Der Absetzen eines Notrufes wird genauso ge�bt, wie das richtige Anz�nden einer Kerze.

Kinderalarm in der Feuerwehr

An diesem Tag ist Andreas G�deke im Einsatz, als um 10 Uhr elf Kinder vom Kindergarten Thomaszentrum mit ihren Erzieherinnen Susanne Friedhofen und Verena Kepp eintreffen. Die Aufregung ist den Knirpsen anzumerken. Schnell nehmen sie auf den kleinen St�hlen platz. Ein kurzer Einf�hrungsfilm zeigt ihnen, wie man sich im Brandfall richtig verhält. Nun wird das so eben gesehene noch einmal besprochen und abgefragt. Aber die Kinder haben alle gut aufgepasst und so schalt es aus 11 Kehlen gleichzeitig "Eins-Eins-Zwahaii!", auf die Frage nach der richtigen Telefonnummer der Feuerwehr. Dass die Kinder bereits gut vorbereitet sind, hat auch einen Grund. Denn als ersten Schritt erhalten Kindergärten noch vor ihrem Besuch eine von Keilmann verfasste Handreichung zur Brandschutzerziehung. "Diese ist prall gef�llt mit Unterrichtsbausteinen, Arbeitsbl�ttern und Vorlesegeschichten", erl�utert der 44-J�hrige. "Seit vier Wochen arbeiten wir bereits mit dieser Handreichung",  erg�nzt Susanne Friedhofen vom Kindergarten Thomaszentrum und ist begeistert vom großen Engagement der Bochumer Wehr. Mittlerweile sehen die Kinder wie Qualm aus einem speziellen Rauchgenerator ein Zimmer in einem Miniatur-Rauchhaus in kurzer Zeit f�llt, so dass man die Hand vor Augen nicht mehr sieht. Daher der Rat von Schulungsleiter G�deke: "Verstopft T?rspalten und Schl�ssell�cher, beispielsweise mit Decken und Taschent�chern und macht euch am Fenster bemerkbar, wenn ihr ein Zimmer nicht mehr ohne Gefahr verlassen k�nnt." Das Absetzen eines Notrufes wird anschlie�end genauso ge�bt, wie das richtige Anz�nden einer Kerze im Beisein eines Erwachsenen. Besonders wichtig ist dabei das richtige Erkennen der Streichh�lzer, die für die Nutzung noch geeignet sind.

Denn abgebrochene oder benutzte Streichh�lzer und solche, die besch�digt sind, stellen eine Gefahr dar, die es von vorne herein auszuschlie�en gilt.







Mit großer Begeisterung wurden die Erkl�rungen zur Fahrzeugtechnik aufgenommen. Es ist eben doch etwas anderes, ein Feuerwehrfahrzeug, das man nur aus dem Bilderbuch kennt, aus direkter N?he zu sehen.

Technik die begeistert

Die erste Stunde vergeht wie im Flug. Nun geht es mit den Kindern in die Geräte- und Fahrzeughalle. Ein Tankl�schfahrzeug steht bereit und G�deke erkl�rt den Kindern die Details der umfangreichen Ausr�stung. Auf dem Vorplatz wird die Drehleiter ausgefahren und die Kinder recken ihre K�pfe in den Himmel und staunen über die gewaltige H�he. Ein Highlight hat sich Andreas G�deke jedoch bis zum Schluss aufgehoben. Denn nun darf jedes Kind Strahlrohr halten. Ein ereignisreicher Vormittag ist vorbei und als Anerkennung für die Teilnahme an der Brandschutzerziehung erhalten die Kinder noch eine Urkunde für ihren Kindergarten sowie Malb�cher mit dem Sympathietr�ger Fridulin Brenzlich.

 

Feedback überzeugt

Nun kehrt wieder Ruhe ein und es ist noch Zeit, ein wenig mit Harald Keilmann über sein Konzept zu sprechen. "F�r unsere Arbeit ist es nat�rlich wichtig, dass auf der F�hrungsebene der eingeschlagene Weg unterst?tzt wird", erkl�rt Keilmann. "Daher sind wir sehr dankbar, dass unser Amtsleiter Dr. Dirk Hageb�lling uns diese Unterst�tzung und die notwendigen Freir�ume gibt. Der Erfolg dieser Arbeit l�sst sich auch belegen. Eine durchgef?hrte Evaluation mittels eines Beurteilungsbogens ergab ein sehr gutes Feedback für die unterschiedlichen Ma?nahmen", bilanziert Keilmann. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Schulung der 3. oder 4. Klassen der Bochumer Grundschulen, regelm??ige R?umungs?bungen an über hundert Schulen und die Arbeit mit behinderten Kindern. Brandschutzunterweisungen für Betriebe, �mter und andere Organisationen runden die Tätigkeit seiner Mannschaft ab. "Hier haben wir dann letztlich auch die Möglichkeit, ein wenig Geld für die Brandschutzerziehungsarbeit zu erwirtschaften", erl�utert Keilmann abschlie�end.

 

Ein Res�mee zum Schluss

Die Brandschutzerziehung -und aufkl�rung in Bochum ist fest installiert in den vorbeugenden Brandschutz und ruht mittlerweile auf vielen Schultern. Ein schl�ssiges Konzept mit Vor- und Nachbereitung im Kindergarten oder in der Schule durch ErzieherInnen oder LehrerInnen sichert zu dem die Nachhaltigkeit der Ma?nahmen. 

Tipp: Wer sich für die Handreichung der Feuerwehr Bochum interessiert kann diese und auch Konzepte des BE/BA-Fachausschuss im Internet unter www.sicherheitserziehung-nrw.de herunterladen.